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Alpenüberquerung mit dem Fahrrad – alles was du wissen musst

4 Länder in 7 Tagen: Mit dem Fahrrad von München nach Verona
naturnah √ low budget √ Aktivurlaub √

Warum in die Ferne reisen wenn das Gute so nah liegt?

Wir wollen verreisen. Aber bitte kostengünstig, möglichst ohne großen Planungsaufwand und dennoch außergewöhnlich. Ach ja, und Sommerbräune und etwas Fitness nebenbei wären auch nicht schlecht.

Die Lösung: Eine Fahrradreise.

In diesem Artikel findest du alles was du für eine Alpenüberquerung mit dem Fahrrad wissen musst.

 

Allgemeine Infos

Wir entscheiden uns für eine 1-wöchige Radreise vom Süden Deutschlands durch Österreich und die Schweiz bis nach Italien. In sieben Tagen schaffen es auch wir als mittelmäßig trainierte Radfahrer von München an den Gardasee. Dazwischen liegen die Alpen. Doch keine Sorge, man muss man kein Supersportler sein. Denn über die alte römische Handelsstraße via Claudia Augusta gelangt man in entspannten Tagesetappen über das Gebirge.

 

Alpenueberquerung

Die Etappen

Tag 1: München – Bad Bayersoien (79 km)

Wir verlassen München im Regen gen Süden, immer an der Isar entlang. Die Radwege sind gut ausgebaut, teils sind wir auf asphaltierten Landstraßen unterwegs.

Wir passieren Grünwald und Wolfratshausen. Rechts lassen wir den Ammersee, links den Starnberger See liegen. Die ersten Hügeln des Voralpenlandes lassen uns kräftig in die Pedale treten. Eine Männergruppe auf Rennrädern überholt uns. Sie bestaunen unsere je 35 kg schweren bepackten Trekkingräder und halten uns für Touren-erprobte Radler. (Dass unsere bei Amazon bestellte Radkarte nicht rechtzeitig angekommen ist und wir uns lediglich anhand einer Handy-App orientieren verschweigen wir lieber.)


Tag 2: Bad Bayersoien – Leermoos (70 km)

Auch der zweite Tag bringt Regen. Wir sind jedoch erholt uns ausgeruht, da wir statt im Zelt in der einzig offenen Gaststube des Dorfes übernachtet haben. Wir fahren vorbei am Forggensee, links in der Ferne Schloss Neuschwanstein. Die Sonne kämpft sich durch die Wolken. Wir machen Mittagspause in  Füssen und holen unsere Sonnenbrillen hervor. Am Abend überqueren wir die Grenze nach Österreich.


Tag 3: Leermos – Landeck (60 km)

Wir sind nun mitten in den Tiroler Alpen, radeln vorbei an Kühen und durch pittoreske Dörfer. Es geht meist bergauf, manche Wege wären mit Mountainbikes besser zu befahren als mit Trekkingrädern und wir kommen ins Schwitzen.


Tag 4: Landeck – Nauders (59 km)

Heute heißt es strampeln, es geht über den Finstermünz- und Reschenpass steil bergauf. Wir verlassen Österreich und machen Mittagspause in der Schweiz nur um einige Serpentinenstraßen und Kilometer weiter wieder zurück in Österreich zu sein.


Tag 5: Nauders – Meran (80 km)

Wir fahren nach Italien, es geht endlich bergab. Kaum passieren wir die itlienische Grenze zeigt sich die Sommersonne. Durchs Vinschgau und über herrlich ausgebaute Fahrradwege radeln wir an der Etsch entlang nach Meran.


Tag 6: Meran – Trient (100 km)

Wir können es noch immer rollen lassen – durch Südtriol und durch Apfelplantagen. In Bozen machen wir Pause und fahren dann neben vielen Familienausflüglern und Rennradfahrern weiter nach Trient.


Tag 7: Trient – Verona (110 km)

Die letzte Etappe ist ein Genuss, das Ziel vor Augen. Wir fahren am Gardasee entlang, rechts neben uns der See mit Seglern und Kite-Surfern. Wir passieren die kleinen Seeorte und biegen bei Bardolino wieder ins Landesinnere ab bis nach Verona. Mit dem Zug fahren wir von dort zurück nach Hause.

Die Gesamthöhendifferenz der Via Claudia Augusta liegt bei 2500 m. Das klingt anstrengender als es ist, denn nach jedem Hügel wird man mit einer fantastischen Aussicht belohnt die alle Anstrengung vergessen lässt. Versprochen!

Wer noch etwas Entspannung und Sonne tanken will, sollte ein paar Extratage am Gardasee einplanen bevor es an Verona geht. Wer Trubel möchte kann sich in einem der vielen Orte am Ostufer in einem Hotel einquartieren oder auf den Campingplatz gehen (Garda, Bardolino, Lazise).

Auch wer es etwas ruhiger möchte findet immer wieder kleine Oasen der Ruhe (Cisano).

 

Alpenueberquerung

 

Ausrüstung & Packliste

  • Fahrradkarte oder Handy-App*
  • Trekkingbike, Fahrradhelm & Satteltaschen
  • Regencape
  • Hygieneartikel
  • Sonnencreme, Sonnenbrille & Anti-Mückenspray
  • 2 Liter Wasserflasche & Energiesnacks (Riegel, Bananen, Traubenzucker)
  • Badesachen & etwas Wechselwäsche
  • wer günstig reisen möchte: Zelt, Schlafsack & Isomatten

Generell gilt, weniger ist mehr. Spätestens bei der ersten Steigung bist du um jedes Gramm froh, dass du zuhause gelassen hast.

 

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Unterkünfte & Kosten

Unsere 1-Wochentour starten wir von unserer Haustüre aus in München. Trekkingräder und je vier Satteltaschen leihen wir uns für je 120€ pro Woche. Zelt und Schlafsäcke nehmen wir mit.

Die Unterbringung in Herbergen bzw. Hotels kostet in den Alpenorten 25 – 35€ p.P., am Gardasee liegen die Preise etwas höher. Die Gebühr für einen Zeltplatz lag im Durchschnitt pro Person bei 12€.

 

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Diabetes & Essen

Da ich das Free Style Libre Messgerät verwendet habe war Blutzucker messen denkbar einfach: Mit einem Messgerät konnte ich den Blutzucker über den Sensor den ich 14 Tage am Oberarm trug ganz einfach scannen. Das ging schneller als mit herkömmlichen Teststreifen und vor allem schmerzarmer, da Blut-frei. Gerade während des Fahrens konnte ich innerhalb von Sekunden den Blutzucker messen und musste nicht anhalten.

Die Werte waren trotz Bewegung und nahrhaftem Essen im Alpenland (ich sag nur Käsespatzen) relativ stabil.  Morgens vor dem Losfahren reduzierte ich die Basalrate oft auf bis zu 30%, je nach Streckenlänge und -profil.

(Fun fact: In 7 Tagen Radtour habe ich 56 Bananen gegessen!)


Alpenueberquerung

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Fünf heiße Tipps

  1. Lieber ein paar Kilometer weniger fahren als jeden Tag bis zur Erschöpfung radeln. So hat man mehr vom Weg und der schönen Umgebung und freut sich auf den nächsten Tag im Sattel.
  2. Unterkünfte im lokalen Fremdenverkehrsamt empfehlen lassen. Dort bekommt man je nach Budget und Wünschen immer die perfekte Unterkunft.
  3. Wer am Gardasee ein paar Tage Urlaub einlegen will: Den Zeltplatz „Camping Continental“ in Bardolino umgehen. Dieser erinnert an Ballermann, ist relativ teuer und die Sanitäranlagen sind veraltet. Besser: Ein paar Euro drauf legen und im Hotel Cà Masawalsa im selben Ort ein Zimmer nehmen (mit Pool und Blick über den Gardasee).
  4. Immer einen Vorrat an gesunden Energiespendern griffbereit haben, z.B. Bananen, Trockenobst, Riegel.
  5. Sei spontan. Es ist sinnvoll ein Ziel und die Eckpunkte der Radreise festzulegen. Warum aber nicht einen Tag länger bleiben wenn es in einem Ort besonders schön ist? Wer einen Tipp für einen Umweg bekommt sollte auch diesem nachgehen. Denn schon Mark Twain sagte: „Gegen Zielsetzung ist nichts einzuwenden, solange man sich dadurch nicht durch interessante Umwege abhalten lässt.“

* Fahrradkarten kannst du dir mit der App Forever Maps sparen: Die App zeigt dir jeden noch so kleinen und verwinkelten (Fahhrad)weg an und funktioniert auch im Offline-Modus.

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