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Hiking Himalaya – Nepal

Abenteuer Nepal – zu Fuß um Mount Manaslu. Eine Trekkingreise ins Himalaja Gebirge.

Wandern ist eine wie ich finde wunderbare Form des Reisens. Man bewegt sich in der Natur und kann Orte und Menschen in der slow-Variante erkunden.

Im Oktober bin ich zusammen mit meinem Freund nach Nepal gereist. In drei Wochen sind wir um den achthöchsten Berg der Erde gelaufen – den Mount Manaslu im Himalaja Gebirge.

Für das Magazin Diabetes Living habe ich eine Artikel über diese Reise und den Umgang mit Diabetes geschrieben:

 

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Die Idee

Wie viele Anhänger der Generation Y spürte auch ich nach vier Jahren im selben Job das Bedürfnis nach Downshiftig und Sinnsuche. Der Drang nach Freiheit und der Wunsch neue Denkanstöße und Ideen für eine gute Lebensführung zu finden weckte in mir den Wunsch nach mehr Verbundenheit zu Natur und Ursprünglichkeit.

Auf der Münchner Reise- und Freizeitmesse f.r.e.e. 2013 lernten mein Freund und ich schließlich Hannes Gröbner von Clearskies Expeditionen & Trekking in Innsbruck kennen, Expeditionsleiter und selber begeisterter Bergsteiger. Durch ihn entschlossen wir uns schließlich zu einer knapp dreiwöchigen Trekkingtour nach Nepal und in das Himalaja Gebirge rund um den Manaslu – den Berg der Seele und mit seinen 8.163 m achthöchster Berg der Erde.

Anschließend wollten wir eine weitere Woche die Gegend um und in Nepals Hauptstadt Kathmandu erkunden.

Am 12. Oktober 2013 verlassen wir den Münchner Flughafen und die kalte bayerische Heimat und fliegen über Dubai nach Kathmandu. Im Gepäck: 3 T-Shirts, 3 Mal Unterwäsche und 60 BE Traubenzucker.

 

13. Oktober, 10:23 Uhr.

Überall liegt Müll, von den heruntergekommenen Gebäuden und den straßenähnlichen Wegen auf denen ein Schlagloch nach dem nächsten kommt ganz zu schweigen. Aber die Menschen (oft barfuss) lachen und sind bunt gekleidet. Eine ältere Frau im rosa Sari lacht mich an und segnet mich. Abenteuer-Feeling pur!! Willkommen in Kathmandu.

 

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Einen Tag nach unserer Ankunft in Kathmandu fahren wir im Schlagloch resistenten Toyota Hilux zusammen mit unserem Guide nach Arughat Bazaar, dem Ausgangspunkt unserer Tour rund um den Manaslu. Dort lernen wir den Rest der Crew kennen. Da sich außer meinem Freund und mir keine weiteren Trekker angemeldet hatten, kommt es, dass wir während des Treks von einer riesigen Mannschaft begleitet wurden: einem main Guide, einem assistant Guide (ein Guide in Ausbildung sozusagen) und sieben Trägern (darunter ein Koch).

Zunächst erschien uns dies ziemlich dekadent, auf der anderen Seite ist dieses Setup durchaus üblich, zudem müssen Zelt und Lebensmittel für 21 Tage nun mal getragen werden. Da Nepal mit einer Arbeitslosenquote von 46% zu kämpfen hat, sind Porter um jeden Trek den sie begleiten können froh. Konversationssprache in der Gruppe war Englisch, im Zweifelsfall mit Händen und Füssen.

 

Die Route

Plan ist in 17 Tagen rund um den Manaslu zu laufen. Mit Arughat Bazaar als Ausgangspunkt, gelegen auf 570 Höhenmetern, geht es mit Übernachtungen in auf dem Weg liegenden Ortschaften zum Höhepunkt der Tour, dem Larkya-La Pass auf 5.100 m, den wir nach elf Tagen (inkl. Einem Akklimatisierungstag) erreichen wollten. Anschließend steigen wir in sieben Tagen nach Besisahar ab.

 

14.Oktober

Um 6:30 werden wir mit Morning Coffee und einer Blechschüssel voll warmem Waschwasser geweckt. Wir frühstücken Porridge, Rührei und gebackenes Brot – Energie für die erste Etappe! Dazu gibt es Kaffee und Ginger Tea. Im strömenden Regen laufen wir los. Die Träger mit schweren Weidenkörben die von einem um Stirn und Rücken gespannten Seil gehalten werden, wir mit unseren im Vergleich leichten 40 Liter Tagesrucksäcken. Entlang des pittoresken Buri Ghandaki Flusses und vorbei an nebelverhangenen Urwäldern beginnt unser Abenteuer. Nach 7 Stunden Fußmarsch (mit Mittagspause) kommen wir abends in Soti Khola (700 m) an. Da es regnet übernachten wir anstelle im Zelt in einer Herberge, in einem Zimmer mit grünem Schimmel an der Decke und einem Gitterfenster ohne Glas an das wir unsere nassen Klamotten hängen, in der Hoffnung diese mögen bis zum nächsten Tag trocknen. Vergeblich. Ich zweifle an unserer 3-T-Shirt Strategie (ein T-Shirt zum Laufen, eins zum Schlafen und eines als Ersatz).

 

Für das Abendessen kauft unser Guide Ajeeb ein Huhn das vor unseren Augen geschlachtet wird. Frischer geht es kaum, obwohl das Hühnchen dann doch etwas zäh schmeckte.

 

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,,Dal Bhat Power 24 hour“ – Diabetes & Essen

Nepali essen traditionell zweimal am Tag. Beides Mal gibt es Dal Bhat, ein Gericht aus Reis, Linsensuppe und saisonalen Gemüsesorten. Wer es sich leisten kann isst dazu roasted chicken. Das Essen während des Treks wird für uns jedoch europäisch gehalten. Nudeln, Reis, Bohnen, Fladenbrot oder Chiabatta mit Spam oder Gemüse – viele Kohlehydrate als Energielieferant für den Tagemarsch. Morgens gibt es abwechselnd Porridge, Rührei, Milchreis oder Pfannkuchen. Obst und Fleisch sind wegen der fehlenden Kühlmöglichkeiten rar. Anstelle von Frischmilch gibt es Milchpulver das mit kochendem Wasser zubereitet wird.

 

16. Oktober

Es ist schwül und schon bald sind wir nassgeschwitzt auf unserem Weg nach Thula Dhungaa (1.000 m). Wir laufen über zahlreiche Brücken entlang des Buri Ghandaki Flusses. Uns begegnen Schulkinder und geschmückte Packesel. Ich fühle mich zum ersten Mal seit langem lebendig. Das donnernde Reisen des Flusses, die zirpenden Grillen, die Fremde der Nepali-Sprache, die Gerüche und die paradiesische ständige wechselnde Flora.

 

In Thula kommen das erste Mal einheimische Kinder auf uns zugelaufen und bitten mit in der Schule gelernten englischen Grundvokabeln um Buntstifte und Süssigkeiten. „I’m a student, give me a pen.“ Auch meine bunten Traubenzucker waren Objekt der Begierde.

 

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Diabetes & Trekking

Die täglichen fünf bis sieben Stunden Trekking (am Tag der Passüberquerung sogar elf Stunden) waren eine Wellness für meine Blutzuckerwerte. Früh wurde die Basalrate reduziert, je nach Blutzuckerwert gab ich zu den Mahlzeiten einen geringeren Bolus ab als daheim. Lediglich einmal hatte ich mit einem 300er Wert zu kämpfen, was sich auch prompt in meiner Kondition widerspiegelte. Messgerät und Traubenzucker hatte ich während des Laufens immer griffbereit im Bauchgurt meines Rucksacks, so dass wir nicht immer anhalten mussten wenn ich meinen Blutzucker testen wollte.

 

18. Oktober, 23:28 Uhr

Es regnet. Schon seit gestern. Meine Kleidung ist klamm und feucht und meine Haut juckt. Der T-Shirt, das über Nacht auf einem Holzbalken zum Trocknen hing ist immer noch nass. Wie gestern. Das gleiche gilt für meine Trekkinghose. That’s Nepal. Ich konnte die ganze Nacht nicht richtig schlafen. Zu wenig Platz. Der Schlafsack zu warm und unpraktisch. Angst vor Blutegeln und anderem Geziefer. Die Mückenstiche jucken höllisch. Mein Freund schnarcht. Ich kann es kaum erwarten dass es Morgen wird.

 

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20. Oktober

Mittags kommen wir nach Lho, es gibt es eine Art Klosterschule mit Kloster, viele kleine Tempel mit goldenen Dächern. Wir rasten auf einer Campsite direkt unter dem Kloster. Den größten Teil der Strecke haben wir bereits am Vormittag zurückgelegt. So bleiben uns noch je 1 1/2 Stunden An- und Abstieg nach Sama (3.500 m). Dort begrüsst uns die Kälte und wir packen unsere Daunenjacken aus. Ein herrliches Panorama aus schneebedeckten Gipfeln – auch Mount Manaslu – fassen den von Yaks bevölkerten Ort ein. Hier legen wir wie die meisten Trekker einen Akklimatisierungstag ein.

 

Zusammen mit einem Trekking Trupp aus Kirgisistan richten wir uns in Sama auf einem Campground zu dem ein kleines Teahouse gehört ein. Das Teahouse ist in zwei Zimmer unterteilt. Eines für die Gäste, eines für die Bewohner. Hier leben keine Kinder, was für nepalesische Verhältnisse selten ist. Dafür gibt es drei lebhafte Schwestern die die Besucher unterhalten. Wir trinken Tee, wärmen unsere kalten Füsse in Blechschalen mit heißem Wasser und dürfen uns schließlich zusammen mit den Trägern und unserem Guide in das Wohnzimmer der Gastwirte setzen. Eng gedrängt sitzen wir um ein offenes Feuer. Auf einer weiteren Feuerstelle wird Reise für Dal Bhat gekocht. Man lacht und erzählt Witze auf Nepali, wir verstehen nichts, trotzdem genießen wir die familiäre Atmosphäre.

Das Wandern fällt uns leichter als gedacht. Die zeitintensive Suche nach passenden Wanderschuhen hat sich gelohnt. Da wir auf Grund der Höhenanpassung langsam laufen sollen, spüren zwar unsere Muskeln, haben allerdings weder Blasen an den Füssen noch Muskelkater.

Obwohl uns die Trekkingroute relativ ungefährlich erscheint, hört man jeden Tag die Motoren der Rettungshubschrauber. Über Flurfunk bekommen wir mit, dass ein Lastenesel abgestürzt sei. Tags darauf wird ein Guide bei dem Versuch einen amerikanischen Trekker zu retten von den Wassermassen des Buri Ghandaki mitgerissen.

 

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Die Passüberquerung

Nun sind es noch zwei Tage zur Überquerung des Larkya-La Passes. Wir haben uns an den Rhythmus gewöhnt: Aufstehen, frühstücken, loslaufen. Mittagspause, weiterlaufen, ankommen. Obwohl der Tagesablauf jeden Tag gleich ist wird es nicht langweilig. Die sich jeden Tag wandelnde Umgebung, die neuen Eindrücke, die Ruhe wunderbare Ruhe. Keine Autos, keine Werbung, keine Hektik. Man entspannt sich ganz automatisch.

Seit Tagen kommen uns immer wieder Wanderer entgegen die Umkehren mussten und den Larka-La Pass nicht überqueren konnten: Zu viel Schnee. Auch wir wissen nicht ob wir passieren können. Doch wir haben Glück. Am Tag der geplanten Überquerung öffnet sich ein Fenster und wir können den Pass überqueren.

 

24. Oktober

Um 4:00 Uhr früh stehen wir auf. Es ist dunkel und kalt. Wir laufen los, durch den Schnee und dem Sonnenaufgang entgegen. Die Gipfel um uns herum sind in orangefarbenes Licht getaucht. Jeder Schritt ist anstrengend. Mein Freund leidet unter Höhenkrankheit und hat furchtbare Kopfschmerzen. Endlich erreichen wir unseren persönlichen Gipfel – die höchste Stelle des Passes – 5.135 m. Schnell ein Foto und wieder runter, die Höhe erschwert das Atmen. Der Schnee macht den Abstieg zu einer eisigen Rutschpartie mit vielen Stürzen. Nun sind wir acht Stunden unterwegs. Nach weiteren drei Stunden kommen wir in Bimthang (3.715 m) an.

Was für ein Gegensatz. Es gibt westlich anmutende bunt bemalte Holzhütten. Wir bekommen für 200 Rupies eine Hot Bucket Shower. Danach ist uns immer noch kalt. Meine Füsse fühlen sich seit drei Tagen an wie Eisklötze. Seit acht Tagen haben wir nicht geduscht. Morgen soll es regnen.

 

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Zurück in die Zivilisation

Je weiter wir absteigen, desto grüner wird es um uns herum. Der Höhepunkt der Tour liegt nun hinter uns. In jedem Ort gibt es mindestens ein Teahouse wo wir abends Kartenspielen und Geschichten mit anderen Trekkern austauschen. Manchmal sitzen wir abends mit Ajeeb, Navaraj (dem Azubi) und Jon (dem Koch) zusammen und spielen nepalesische Kartenspiele, Maumau oder unterhalten uns. Ajeeb erzählt uns vom politischen System in Nepal. Eine solide politische Regierung gäbe es nicht. Erst 2009 sei die Monarchie aufgelöst worden und immer noch gäbe es maoistische Gruppierungen im Parteiwesen. Zwei Tage vor Ende unseres Treks kreuzt sich unser Weg mit dem Weg der um das Annapurna Massiv führt. Wir begegnen nun auch einer anderen Sorte von Trekkern, die mit rosa Hotpants, Touristenhüten und engen Leggins.

Unsere letzte Station ist Besisahar, morgen geht es mit dem Bus zurück nach Kathmandu. In Besi gibt es Hotels und Läden, Verkehr und Kneipen. Wir können duschen, hallelujah! Die Stadt wirkt nach der langen Zeit in der Natur wie eine Mega-City. Farbpigmente und Gewürze werden in großen Reissäcken feilgeboten, 1-Tage alte Küken können verpackt in Pappkartons erstanden werden. Lechzend nach europäischem Industrie-Essen kaufen wir uns kurzerhand ein Glas Nussnougatcreme und bei einer älteren, gebeugten Frau sechs frisch frittierte Bagels für umgerechnet 20 Cent. Zurück in Kathmandu sind wir überwältigt vom Lärm, den Abgasen und den Verkäufern die Tigerbalsam und Schachspiele an den Mann bringen wollen. Autos, Busse, Mopeds, Kühe und Rikschas teilen sich eine Straße. Dazwischen Einheimische und Touristen.

 

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Zu guter Letzt

Abschließend blicken wir auf eine wunderbare Reise voll vielfältiger Erfahrungen zurück. Auch zukünftig habe ich mir vorgenommen meinem Diabetes jedes Jahr ein paar Wochen Urlaub zu gönnen, und sollte es nur eine aktive Sport- oder Wellnesswoche sein“

 

10 Tipps für Diabetes-Trekker

1. Gemeinsam oder allein zum Trekking?

Mit einem Partner oder Freund zu verreisen hat den Vorteil, dass man die vielen Eindrücke und Erlebnisse teilen kann. Mit Blick auf den Diabetes mag ein Außenstehender dies zudem als zusätzliche Sicherheit sehen, z.B. im Fall einer Unterzuckerzuckerung mit Bewusstlosigkeit. Trotzdem sollte man sich als Diabetiker in erster Linie auf sich selbst verlassen können was die Diabeteseinstellung angeht. Logisch, niemand kennt den eigenen Körper besser als man selbst.

 

2. Ist für eine Trekkingtour um den Manaslu überhaupt ein Guide nötig?

Gesetzlich ist festgeschrieben, dass die Runde mit Guide begangen werden muss. Wer die Gegend partout auf eigene Faust erkunden möchte, findet sicher Wege und Mittel dies dennoch zu tun. Jedoch gewinnt man durch einen einheimischen Guide kulturelle Eindrücke über Land, Leute, Flora und Fauna, die zum Charme einer Trekkingtour beitragen können.

 

3. Wie sollte ich mich mit Blick auf meinen Diabetes auf einen Trek vorbereiten?

Über meinen Diabetesberater und Diabetologen kam ich in Kontakt mit erfahrenen Diabetes Typ 1 Extrembergsteigern und -Abenteurern und bekam Tipps & Erfahrungen z.B. bzgl. des Blutzuckerverhaltens bei Bewegung und in Höhe. Da mein damaliges Blutzuckermessgerät iBGStar laut Sanofi nur bis 3.048m funktionsfähig sein sollte, stieg ich kurzerhand auf das Messgerät Accu Check Aviva um, das auch in 5.000 m Höhe noch richtige Blutzuckerwerte messen sollte. Meine anfängliche Unsicherheit bezüglich der Funktionsfähigkeit meiner Insulinpumpe (Accu Check Spirit Combo) in Höhe war unbegründet. Auch die von meinem Freund auf Amazon bestellten Isolationsschläuche um das Gefrieren des Insulins im Pumpenschlauch auf 5.000 m zu verhindern waren zum Glück nicht nötig, da ich die Pumpe am Körper getragen und somit gewärmt habe.

 

4. An welche Impfungen und Medikamente muss ich denken?

Auf der Website des Auswärtigen Amts stehen aktuelle Informationen zu notwendigen Impfungen, alternativ weiß der Hausarzt Rat. Für Nepal sind Impfungen gegen Hepatitis A und B ratsam, sowie gegen Diphtherietoxoid, Polioviren und Tetanus. Da die nepalesische Müllentsorgung gerade auf den Trekkingrouten noch im Aufbau befindet, sollte man der Umwelt zuliebe anstelle Wasserflaschen aus Plastik zu kaufen lokales Brunnenwasser in wiederverwendbare mitgebrachte Flaschen abfüllen. Hierfür gibt Wasserentkeimungstabletten (z.B. Micropur). Sinnvoll ist auch ein Mittel gegen Durchfall (z.B. Norfloxazin) sowie ein Antibiotikum und Kopfschmerztabletten bei Höhenkrankheit.

 

5. Welche Menge an Diabetes Hilfsmittel kommen ins Gepäck?

Hinsichtlich der Mitnahmemenge von Diabetes Hilfsmitteln habe ich mich an den generellen Leitfaden gehalten: Pack die Menge ein, die du unter normalen Umständen benötigen würdest und verdopple sie. Für drei Wochen Trekking hieß das für mich als Pumpenträger (Accu Check Spirit Combo) folgendes:

  • 4x Insulinampullen
  • 10x Ampullen zum Auffüllen
  • 15x Katheter
  • 10x Schlauch Rapid D Link
  • 300 Testsreifen
  • Desinfektionsmittel
  • 30 Lanzetten
  • Ersatzpumpe, -messgerät, -stechhilfe
  • Ladekabel f. Messgerät / Batterien
  • Batterien f. Pumpe
  • 20 Spritzen (falls die Ersatzpumpe versagen sollte)
  • Kühltasche für das Insulin
  • Und zu guten Letzt: 60 BE Traubenzucker.

Den Hauptteil des Gepäcks in unseren Tagesrucksäcken nahmen selbstredend die Diabeteshilfsmittel aus. Die eine Hälfte trug mein Freund, die andere ich. So waren wir abgesichert, falls ein Rucksack abhanden gekommen wäre. Über die Hälfte des Vorrats haben wir im Anschluss wieder nach Hause genommen und der mitgenommene Traubezucker reicht bis heute. Aber sicher ist sicher.

 

6. Was kommt sonst noch ins Gepäck?

Neben den üblichen Reiseutensilien sind für eine Trekkingreise mit Übernachtung im Zelt folgende Dinge wichtig:

  • Schlafsack (z.B. von Mountain Equipment) und Isomatte (z.B. Thermorest)
  • 40L Tagesrucksack (z.B. Gregory Z40)
  • Eingelaufene Wanderschuhe
  • Teleskop-Wanderstöcke
  • (Zelt wird oft vom Reiseveranstalter gestellt)

Funktionales:

  • Ultra Light Travel Handtuch
  • Desinfektionsmittel
  • Stirnlampe
  • Je nach Jahreszeit: Daunenjacke, Mütze, Handschuhe, Skiunterwäsche
  • Zipphosen
  • Regenhose-/ Jacke oder –Cape
  • Softshell-Jacke
  • Taschenmesser
  • Klopapier (Einheimische verwenden gewöhnlich die linke Hand)
  • Normalerweise nimmt man noch einen Seesack oder eine Reisetasche mit, die von den Sherpas getragen werden.
  • Thermoflasche
  • Trinkflasche
  • Fotoapparat

Für die langen Abende:

  • Buch / eReader
  • Reisetagebuch
  • Kartenspiel
  • Bunte Stifte als Geschenk für einheimische Kinder

Dennoch gilt: Wer weniger einpackt muss anschließend auch weniger im Rucksack herumtragen. Oft ist es eine angenehme Abwechslung eine Zeit ohne den gewohnten Komfort auf Reisen zu gehen. (An die Mädls: Man kommt auch mal vier Wochen ohne Fön, Glätteisen und Körperlotion aus.)

 

7. Ist eine solche Trekkingtour gefährlich?

Im Normalfall ist bei einer geführten Trekkingtour der Guide verantwortlich für seine Schäfchen. Meist hat dieser ein Funktelefon für Notfälle. Für Ausweiß- und Flugdokumente, Visa und Impfpass gilt: Am besten einscannen und online speichern falls die Dokumente abhanden kommen sollten (z.B. Dropbox oder Email-Account)

 

8. Wie funktioniert die Zeitumstellung mit der Insulinpumpe?

Bei einer Zeitverschiebung von 6 Stunden (Deutschland – Nepal) sollt man mit der Anpassung der Pumpenuhr an das Zielland am besten bereits zwei Tage vor Abreise beginnen. Als Daumenregel gilt: Die Pumpenuhr pro Tag 2-3 Stunden an die Zielzeit anpassen.

 

9. Wie funktioniert die Einfuhr von Diabeteshilfsmitteln beim Zoll?

Jeder Diabetologe kann ein Dokument ausstellen, welches die Notwendigkeit des Mitführens der Diabetes Hilfsmittel berechtigt. Ich habe es jedoch bisher noch nie erlebt, das In der Regel gibt es aber keine Probleme beim Zoll am Flughafen.

 

10. Wie verhält sich der Diabetes bei einer mehrwöchigen Trekkingtour?

Hier gibt es keine pauschale Antwort. Generell gilt, dass man durch die viele Bewegung und den anschließend bei Ruhe eintretenden Muskelauffülleffekt weniger Insulin als im Alltag daheim braucht. Bei einer Hüttentour am Wochenende könnte man vorab das Verhalten des Blutzuckers vor der großen Reise beobachten und „üben“. Zugegeben, diese Vorbereitungsliste sieht nach einer langen Planungsphase aus, jedoch sollte dies kein Hindernis sein deshalb eine solche Reise nicht anzutreten.

Jeder Nicht-Diabetiker hat einen fast ähnlich hohen Aufwand. Spätestens wenn man staunend vor den schneebedeckten Bergspitzen des Himalaja steht ist die Zeit die man in die Vorbereitung gesteckt hat längst vergessen.

 

Reiseanbieter für Trekkingtouren in Nepal:

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